Blutegel in der Humanmedizin

In der Medizin hat der Blutegel eine lange Tradition. Durch das Aufsetzen eines Blutegels wird ein Mikroaderlass durchgeführt (ca. 10-40 ml je Blutegel). Die anschließende Nachblutung, die bis zu 24 Stunden andauern kann, reinigt die Wunde und entlastet das Gewebe. 

 

Viele Patienten empfinden zuerst Ekel bei dem Gedanken an Blutegel. Die Furcht ist jedoch völlig unberechtigt. Sie spüren von dem Blutegel nur den kurzen Biss, der sich ähnlich einem Mückenstich anfühlt. Es liegt in der Natur des Egels nicht entdeckt zu werden, Sie werden also möglichst wenig von ihm spüren.

 

Der Speichel, der durch den Blutegel beim Saugen abgegeben wird, hat die eigentliche therapeutische Wirkung. Die Inhaltsstoffe (Hirudin, Calin, Hyaloronidase, etc.) haben durchblutungssteigernde, gerinnungshemmende und  entzündungshemmende Wirkung.

 

Hauptindikation der Blutegeltherapie:

  • Rheuma
  • Varikosis (Krampfadern, v.a. zur Schmerzbehandlung)
  • Tinnitus
  • Thrombosen
  • Thrombophlebitis (Venenentzündung bei Thrombose)
  • Furunkel und Karbunkel
  • Hypertonie
  • Arthrose
  • Arthritis
  • Ulcus cruris